Deutschland und das Europäische Bodengesundheitsgesetz

Das 2025 eingeführte Europäische Gesetz zur Bodenüberwachung wird das Wissen der Regierungen über Bodengesundheit und Bodenresilienz verbessern und die Biodiversität fördern. Dieser Artikel beleuchtet Deutschlands Reaktion und die Schritte zur Vorbereitung auf diese Gesetzgebung.

Das Europäische Gesetz zur Bodenüberwachung

Im Dezember 2025 trat das EU-weite Gesetz zur Bodenüberwachung in Kraft. Ziel ist es, die Bodengesundheit zu verbessern und bis 2050 widerstandsfähigere Böden zu entwickeln. Die Gesetzgebung stellt fest, dass die Bodendegradation in allen EU-Ländern ein Problem darstellt und dass europaweit konkrete Maßnahmen zum Schutz dieser wichtigen Ressource erforderlich sind. Zu den zentralen Problemen, die in dieser Gesetzgebung genannt werden, gehören der Verlust der Biodiversität in Böden, Bodenverunreinigungen, der Verlust organischer Substanz sowie Erosion. Bei betterSoil verstehen wir, wie Böden dazu beitragen können, nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken zu entwickeln. Das Inkrafttreten dieses Gesetzes ist daher ein positiver Schritt, um die Bedeutung dieser wichtigen Ressource für Regierungen und lokale Behörden stärker hervorzuheben. Durch ein besseres Verständnis der Bodengesundheit wird diese Gesetzgebung nicht nur Landwirtinnen und Landwirte bei der Überwachung ihrer Böden unterstützen und die Ernährungssicherheit stärken, sondern auch die EU bei der Bewältigung der Klimakrise und der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

Das deutsche Bundes-Bodenschutzgesetz von 1998

Bodengesundheit und Bodenresilienz sind in Deutschland seit 1998 beziehungsweise 1999 durch das Bundes-Bodenschutzgesetz und die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung gesetzlich geregelt. Trotz Änderungen im Jahr 2021 lag der Schwerpunkt bislang vor allem auf der Sanierung bereits geschädigter Böden. Obwohl das Gesetz Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bodengesundheit und zur Förderung der Nachhaltigkeit unterstützt, gilt es grundsätzlich nur, soweit die Auswirkungen auf den Boden nicht bereits durch andere Gesetze und Verordnungen geregelt sind. Deutschland blickt auf eine lange Geschichte der Anerkennung der Bedeutung gesetzlicher Regelungen zum Schutz der Bodengesundheit und für mehr Nachhaltigkeit zurück. Die Umsetzung des Europäischen Gesetzes zur Bodenüberwachung wird jedoch eine intensivere Überwachung und verstärkte Maßnahmen auf lokaler Ebene erfordern, um Bodengesundheit und Bodenresilienz langfristig zu gewährleisten.

Vorbereitung auf die Umsetzung des Gesetzes

Trotz Widerstands von deutschen Parlamentsmitgliedern und anderen politischen Gruppen haben die Mitgliedstaaten ab dem Inkrafttreten der Gesetzgebung drei Jahre Zeit, diese in nationales Recht zu überführen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Umweltbundesamtes haben auf die Chancen und Herausforderungen reagiert, die mit dieser Gesetzgebung verbunden sind. Sie sind sich nachdrücklich darin einig, dass eine solche Gesetzgebung auf europäischer Ebene notwendig ist, um der Bodendegradation entgegenzuwirken. Diese Stellungnahme beschreibt, wie die deutsche Regierung und politische Entscheidungsträger der EU nach Ansicht des Umweltbundesamtes auf das Europäische Gesetz zur Bodenüberwachung reagieren sollten. Dazu gehören:

  • Sofortige Maßnahmen gegen dringende Probleme der Bodendegradation
  • Schaffung einer Bodenregulierung, die sich an der Regulierung von Wasser und Gewässern orientiert
  • Zusammenführung rückblickender und vorausschauender Bodenbewertungen
  • Unterstützung eines nachhaltigen Bodenmanagements
  • Einrichtung eines EU-weiten Überwachungsprogramms für Bodengesundheit und Flächeninanspruchnahme
  • Management und Vermeidung von Bodenverschmutzung
  • Unterstützung bei der Erreichung des Ziels der „Netto-Null-Flächeninanspruchnahme

Die Vorteile und Herausforderungen der Gesetzgebung

Bei betterSoil setzen wir uns für die Verbesserung der Bodengesundheit ein und fördern den Ausbau von Wissen und Bewusstsein. Regierungen und lokale Behörden sollten Landwirtinnen und Landwirte sowie die landwirtschaftliche Praxis durch ein wirksames Bodenmanagement unterstützen, um die Ernährungssicherheit zu stärken, die Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels anzupassen und die Nachhaltigkeit zu fördern. Zu den Herausforderungen gehört der Ausbau der Infrastruktur auf nationaler und lokaler Ebene, um sicherzustellen, dass die Bodengesundheit sowohl in landwirtschaftlichen als auch in städtischen Gebieten überwacht wird. Dies wird für die öffentliche Hand mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Langfristig könnten die Vorteile einer verstärkten Bodenüberwachung und klimabewusster Maßnahmen diese Investitionen jedoch überwiegen.

Fazit

Das Europäische Gesetz zur Bodenüberwachung ist ein positiver Schritt hin zu Veränderungen in der Bodenregeneration und einem besseren Verständnis der Bodengesundheit. Während Deutschland bereits über gesetzliche Regelungen verfügt, die sich vor allem auf die Behebung bereits bestehender Bodenprobleme konzentrieren, wird die Einführung einer umfassenderen Bodenüberwachung weitere Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit ermöglichen, die Landwirtschaft stärker unterstützen und zur Verbesserung der Ernährungssicherheit beitragen.

Referenzen und hilfreiche Links –

Europäische Kommission (2021): „MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN – EU-Bodenstrategie für 2030: Die Vorteile gesunder Böden für Menschen, Lebensmittel, Natur und Klima nutzen“: EU Soil Strategy for 2030

Silvia Pieper, Joerg Frauenstein, Harald Ginzky, Frank Glante, Detlef Grimski, Pia Kotschik, Kirstin Marx und Annegret Biegel-Engler (2023): „Das kommende Europäische Bodengesetz – Chancen und Herausforderungen für einen wirksamen Bodenschutz“, Umweltbundesamt: Studie des Umweltbundesamtes

Umweltbundesamt (2026): „Bodenschutzrecht“: Webseite des Umweltbundesamtes