Der offizielle Launch der Farm Assistant App auf der PotatoEurope 2026
Die Farm Assistant App wird auf der PotatoEurope 2026 offiziell vorgestellt und vereint satellitenbasierte Bodeninformationen, Werkzeuge für die Fruchtfolgeplanung und feldbezogene Erkenntnisse, um fundiertere und nachhaltigere Entscheidungen in der Landwirtschaft zu unterstützen.

Die Einführung der betterSoil Farm Assistant App auf der PotatoEurope 2026
Das Agri-Tech-Startup betterSoil stellt auf der bevorstehenden PotatoEurope 2026 seine innovative webbasierte Farm Assistant App vor. Der betterSoil Farm Assistant ist ein Entscheidungsunterstützungstool, das satellitenbasierte Bodendaten und agronomisches Wissen in praktische, feldbezogene Empfehlungen übersetzt. Die Plattform wurde mit finanzieller Unterstützung des European Space Agency Business Incubation Centre Baden-Württemberg (ESA BIC BW) entwickelt und soll dazu beitragen, regenerative Bodenbewirtschaftung auszuweiten und die langfristige Widerstandsfähigkeit von Lieferketten zu stärken. Die aktuelle Empfehlung zur Fruchtfolge ist auf den Kartoffelanbau ausgerichtet, während die Bodenfruchtbarkeitskarte und der Fruchtfolge-Simulator für vielfältigere Anbausysteme konzipiert sind und künftig auch weitere Anwendungsbereiche unterstützen sollen. Kartoffeln sind wirtschaftlich von großer Bedeutung, stellen jedoch aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit gegenüber Bodenstruktur, Nährstoffhaushalt, Wasserverfügbarkeit und Krankheitszyklen hohe Anforderungen an das Anbaumanagement. Die Plattform unterstützt Verarbeiter und Landwirte bei einer datenbasierten Planung, um rückläufigen Erträgen und klimabedingten Risiken entgegenzuwirken.
Kernfunktionen der Plattform
Die feldbezogene Fruchtfolge-Engine erstellt mehrjährige Fruchtfolgeempfehlungen, die an die lokalen Boden- und Klimabedingungen angepasst sind. Sie kombiniert Marktfrüchte wie Kartoffeln mit Zwischen- und Begrünungskulturen und schätzt dabei Stickstofffixierung, Stickstoffaufnahme sowie die Kohlenstoffbindung in ober- und unterirdischer Biomasse. Die Ergebnisse werden in einer kalenderbasierten Oberfläche dargestellt, die Landwirten hilft, Aussaat- und Erntezeiträume übersichtlich zu planen.
Die satellitenbasierte Bodenanalyse kombiniert Daten der Copernicus-Sentinel-2-Satelliten mit dem NDVI und langfristigen Klimadaten, um die Bedingungen auf den Feldern zu bewerten. Sie erstellt Bodenfruchtbarkeitskarten mit einer Auflösung von 10 × 10 m und nutzt Wetterdaten aus 25 Jahren, um geeignete Temperatur- und Niederschlagsbedingungen für das Pflanzenwachstum zu ermitteln.
Das Datenintegrationssystem führt verschiedene komplexe Datenströme in einer einheitlichen Datenbasis zusammen. Es kombiniert aktuelle Satellitendaten mit globalen Informationen aus der SoilGrids-Datenbank, kulturspezifischen agronomischen Regeln und den individuellen landwirtschaftlichen Zielen der Nutzer. Für die Schätzung von Nährstoff- und Kohlenstoffwerten werden wissenschaftlich geprüfte Eigenschaften verschiedener Kulturen verwendet. Zukünftig soll auch die Integration eigener Bodenuntersuchungen der Landwirte unterstützt werden.
Der interaktive Fruchtfolge-Simulator ermöglicht es Landwirten, mehrjährige Anbaupläne über eine visuelle, webbasierte Arbeitsoberfläche selbst zu gestalten. Nutzer können Kulturen auswählen, nach Pflanzenfamilien filtern und sie im Kalender anordnen. Der Agronomic Score bewertet dabei verschiedene Faktoren der Bodengesundheit, während der Economy Score die Wirtschaftlichkeit auf Grundlage der Stickstoffbilanz und des Düngemittelersatzwertes einschätzt.
PotatoEurope: Eine internationale Plattform für die Kartoffelbranche
PotatoEurope ist eine internationale Open-Air-Fachmesse für die Kartoffelbranche und ihre gesamte Wertschöpfungskette – von Züchtung und Anbau über Ernte und Lagerung bis hin zur Verarbeitung. Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 bringt die Veranstaltung Kartoffelerzeuger, Agrarunternehmen, Forschende, Maschinenhersteller und Technologieanbieter zusammen. Unter realen Feldbedingungen können Besucher innovative Technologien und Maschinen erleben und sich gleichzeitig über aktuelle Entwicklungen austauschen und vernetzen.
PotatoEurope findet jährlich statt und wechselt zwischen den vier Partnerländern Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Die Ausgabe 2026 findet am 9. und 10. September auf dem Rittergut Gestorf 1 in Springe bei Hannover, Deutschland, statt. Parallel zur PotatoEurope 2026 feiert die SugarBeet Expo ihre Premiere und bietet eine gemeinsame Plattform für beide Hackfrüchte.
Was Besucher auf der PotatoEurope 2026 erwartet
Ein Schwerpunkt der PotatoEurope 2026 ist Digital Farming powered by FarmRobotix – Autonomous Root Crop Production. Das Programm konzentriert sich auf den Einsatz von Robotik, Automatisierung, künstlicher Intelligenz und Datenmanagement in der Landwirtschaft. Weitere Themenschwerpunkte befassen sich mit der landwirtschaftlichen Logistik – „from the field to the world by truck“ – sowie dem ökologischen Kartoffelanbau und beleuchten damit verschiedene Aspekte von Effizienz und modernen Produktionsverfahren.
Eine weitere Möglichkeit für Besucher, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, bietet die DLG Expert Stage. Von 10:30 bis 16:30 Uhr stehen dort Präsentationen und Diskussionen zu aktuellen Themen rund um Kartoffeln und Zuckerrüben auf dem Programm. Dabei werden sowohl kulturspezifische als auch kulturübergreifende Perspektiven betrachtet.
Ein Blick nach vorn
Die offizielle Vorstellung der betterSoil Farm Assistant App auf der PotatoEurope 2026 ist ein wichtiger Schritt, um die digitale Fruchtfolgebewirtschaftung stärker mit der praktischen Landwirtschaft zu verbinden. Durch die Kombination aus satellitenbasierter Bodenanalyse, dem Fruchtfolge-Simulator sowie agronomischen und wirtschaftlichen Bewertungen unterstützt die Anwendung Landwirte dabei, fundiertere Entscheidungen auf Feldebene zu treffen.
Letztlich soll das Tool Landwirte und Lebensmittelverarbeiter dabei unterstützen, Nährstoffkreisläufe zu optimieren, die Abhängigkeit von synthetischen Düngemitteln zu reduzieren und langfristig zu einer nachhaltigeren Lebensmittelversorgung beizutragen.