Warum ist „Monokultur“ als produktives landwirtschaftliches System langfristig nicht nachhaltig?
Monokultur wird in der Landwirtschaft auch heute noch weit verbreitet eingesetzt, obwohl sie eine Reihe negativer Folgen haben kann. Der Übergang zu vielfältigeren Anbausystemen kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel erhöhen, die langfristige Nachhaltigkeit der Landwirtschaft unterstützen und dazu beitragen, die gesamten Produktionskosten zu senken.

Was ist Monokultur?
Monokultur ist ein in der Landwirtschaft seit den letzten Jahrzehnten weit verbreiteter Begriff. Der zunehmende Industrialisierungsprozess hat zur Kommerzialisierung der landwirtschaftlichen Produktion geführt und die Bestrebungen verstärkt, die Produktivität spezialisierter Kulturen zu steigern (Rodríguez-Cohard et al., 2025). Beispiele für diese Praxis sind unter anderem Kulturen wie Reis, Weizen, Sojabohnen, Kaffee und ähnliche.
Der Begriff Monokultur wird definiert als: „Crop monoculture is also used to describe large areas planted to the same crop species.“ (Cook et al., 2004). Darüber hinaus erläutern Franco et al. (2022), dass Monokultur sich über die Zeit hinweg dadurch auszeichnet, dass dieselbe Kulturpflanze über mehrere Jahre hinweg hintereinander angebaut wird. Zusammenfassend bezeichnet Monokultur den Anbau einer einzigen Pflanzenart auf einer Fläche über mehrere aufeinanderfolgende Jahre hinweg.
Der Trend zur Monokultur
Diversifizierte landwirtschaftliche Systeme machten bis in die 1960er Jahre den Großteil der landwirtschaftlichen Produktion in Europa aus (de Roest et al., 2018). Seit den 1970er Jahren hat sich jedoch die Monokultur weit verbreitet, begleitet von einem verstärkten Einsatz neuer Technologien wie Pestiziden, Düngemitteln und Mechanisierung. Der Monokulturanbau von Nahrungspflanzen bringt einige Vorteile mit sich (Kaur et al., 2024):
- höhere Erträge
- einfachere Bewirtschaftung
- spezialisierte Kenntnisse für eine einzelne Kultur
Obwohl industrialisierte Agrarsysteme hohe Erträge ermöglichen, haben sie durch den intensiven Einsatz von Chemikalien und die Übernutzung natürlicher Ressourcen auch erhebliche negative Auswirkungen auf Biodiversität, Klima und Umwelt verursacht.
Monokultur in der EU
Laut einem aktuellen Bericht der Europäischen Union (2026) wurden 58,3 % aller landwirtschaftlichen Betriebe als spezialisierte Ackerbaubetriebe eingestuft, das heißt Betriebe, die nur eine einzige Pflanzenart anbauen. Nur 19,3 % der Betriebe praktizieren diversifizierte Anbaumethoden, während die verbleibenden 26 % der Viehhaltung zugeordnet sind.
Der Bericht bestätigt den Trend zur Monokultur: Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU baut eine einzelne Kultur an, darunter:
- Getreide
- Ölsaaten
- Oliven
- Obst
- Weinreben
In der EU zeigt dieser aktuelle agrarstatistische Bericht, dass ein bedeutender Anteil der landwirtschaftlichen Betriebe auf spezialisierte Anbausysteme ausgerichtet ist.
Die negativen Auswirkungen der Monokultur
Der Anbau einer einzelnen Kulturpflanzenart kann kurzfristig wirtschaftlich vorteilhaft sein, hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt, das Klima und die Biodiversität. Der kontinuierliche Anbau derselben Kultur über einen längeren Zeitraum kann zu einem Verlust der Artenvielfalt bei Insekten, Vögeln und Bodenmikroorganismen führen (Benton et al., 2003).
Darüber hinaus sind Monokultursysteme für den Klimaschutz nur eingeschränkt geeignet, da sie keine effektive Kohlenstoffspeicherung im Boden ermöglichen und zudem zur Bodendegradation beitragen können. Zhao et al. (2024) zeigen, dass Monokulturen, denen Diversität fehlt, zu folgenden Problemen führen:
- eingeschränkte Kohlenstoffspeicherung
- Degradation von Ökosystemen
- verringerte langfristige Resilienz
Insgesamt führt die Fortsetzung von Monokulturen unter den aktuellen Bedingungen des Klimawandels zu langfristigen negativen Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Biodiversität.
Erhöhte Anfälligkeit und Kosten
Monokultur führt zu höheren Kosten und einer erhöhten Anfälligkeit der Kulturen gegenüber Schädlingen. Das Vorhandensein eines konstanten und ausreichenden Nahrungsangebots sowie das Fehlen natürlicher Fressfeinde aufgrund des Verlusts der Biodiversität verschärft Schädlingsprobleme (Salaheen et al., 2019). Die Kosten für die Schädlingsbekämpfung durch Pestizide steigen in Monokultursystemen entsprechend an.
Darüber hinaus kann der kontinuierliche Anbau derselben Kulturpflanze zur Erschöpfung der Bodennährstoffe führen, was zusätzliche Kosten für Landwirte verursacht, da vermehrt Düngemittel eingesetzt werden müssen (Kaur et al., 2024). Monokultur führt somit zu:
- erhöhter Anfälligkeit für Schädlingsbefall
- gesteigertem Einsatz von Düngemitteln
- Bodendegradation
- höheren Kosten
Die negativen Auswirkungen von Monokultursystemen können langfristig zu finanziellen Verlusten und geringeren Ernteerträgen führen.
Alternativen zur Monokultur von betterSoil
Die Diversifizierung von Kulturen ist entscheidend, um sich von Monokulturpraktiken zu lösen und nachhaltige Landwirtschaft statt Umweltdegradation zu fördern. Benton et al. (2003) stellten fest, dass eine erhöhte Heterogenität in Anbauplänen die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen steigert. Darüber hinaus führt die Einführung von Vielfalt in Anbausystemen zu:
- einer höheren Widerstandsfähigkeit der Kulturen gegenüber Schädlingen und Krankheiten
- einer Verbesserung der Bodengesundheit
- einer Anreicherung von Bodennährstoffen und organischem Kohlenstoff
- einer Förderung der mikrobiellen Aktivität im Boden
Auf dieser Grundlage hat betterSoil Agroforstwirtschaft und Fruchtfolgesysteme übernommen, um Diversität über Raum und Zeit hinweg sicherzustellen.
Conclusion
Insgesamt bleibt Monokultur in der Landwirtschaft auch heute noch weit verbreitet, trotz der negativen Auswirkungen, die mit diesen Anbausystemen verbunden sind. Die Umstellung landwirtschaftlicher Praktiken hin zu mehr Vielfalt in Anbauplänen ermöglicht eine bessere Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels, fördert langfristig nachhaltige Anbausysteme und kann zudem Kosten reduzieren.
betterSoil hat hierfür das digitale Produkt betterSoil Farm Assistant entwickelt, das Landwirte bei der Planung von Fruchtfolgen unterstützt und dabei Satellitendaten sowie agronomische Prinzipien einbezieht (Introducing betterSoil’s Farm Assistant: A tool for Crop Rotation Management (CRM) Strategy | betterSoil).
Bleiben Sie auf dem Laufenden für weitere Updates zu Bodengesundheit und nachhaltiger Landwirtschaft. Weitere Informationen zu unseren Dienstleistungen finden Sie auf unserer Website.
References:
Benton, T.G., Vickery, J.A. and Wilson, J.D., 2003. Farmland biodiversity: is habitat heterogeneity the key?. Trends in Ecology & Evolution, 18(4), pp.182–188.
Cook, R.J. and Weller, D.M., 2004. In defense of crop monoculture. In: Proceedings of the 4th International Crop Science Congress. Gosford, NSW: The Regional Institute Ltd.
De Roest, K., Ferrari, P. and Knickel, K., 2018. Specialisation and economies of scale or diversification and economies of scope? Assessing different agricultural development pathways. Journal of Rural Studies, 59, pp.222–231. https://doi.org/10.1016/j.jrurstud.2017.04.013
Eurostat, 2026. Farms and farmland in the European Union – statistics: The evolution of farms and farmland between 2005 and 2020. Available at: https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=Farms_and_farmland_in_the_European_Union_-_statistics#The_evolution_of_farms_and_farmland_between_2005_and_2020
Franco, S., Pancino, B., Martella, A. and De Gregorio, T., 2022. Assessing the presence of a monoculture: from definition to quantification. Agriculture, 12(9), p.1506.
Kaur, S., Bedi, M., Singh, S., Kour, N., Bhatti, S.S., Bhatia, A., Kumar, M. and Kumar, R., 2024. Monoculture of crops: A challenge in attaining food security. In: Advances in Food Security and Sustainability, Vol. 9, pp.197–213. Elsevier.
Rodríguez-Cohard, J.C., Lombardo, P.B., Sánchez-Martínez, J.D. and Garrido-Almonacid, A., 2025. Territorial impacts of the monoculture-based agri-food industry: Comparative analyses on two continents. Applied Geography, 175, p.103489.
Salaheen, S. and Biswas, D., 2019. Organic farming practices: Integrated culture versus monoculture. In: Safety and Practice for Organic Food, pp.23–32. Academic Press.
Zhao, Y., Zhao, H., Kang, L., Li, M., Zhang, G. and Cao, Y., 2024. Beyond monocultures: Optimizing soil carbon sequestration with diverse planting strategies on the Loess Plateau. Catena, 246, p.108447.






