Warum die Bodengesundheit heute wichtiger ist denn je!

Historisch gesehen hat sich die Bodenkunde effizient darauf ausgerichtet, die Bodenqualität für hohe landwirtschaftliche Erträge und die unmittelbare Umwelt sicherzustellen. Neue Herausforderungen wie der Klimawandel, die Bodendegradation und der globale Biodiversitätsverlust richten jedoch verstärkt die Aufmerksamkeit auf den Boden. Lesen Sie diesen Artikel, um das Konzept der Bodengesundheit sowie die Gesetzgebung innerhalb der Europäischen Union mit Fokus auf die Bodengesundheit kennenzulernen.

Bodenqualität

Historisch gesehen wurde der Begriff Bodenqualität in den Agrarwissenschaften bis ins 21. Jahrhundert hinein weit verbreitet verwendet. Der Begriff „Bodenqualität“ bezieht sich auf den Menschen und bewertet letztlich die Qualität des Bodens im Hinblick auf Pflanzenwachstum, Viehhaltung und die unmittelbare Umwelt.

Von der Bodenqualität zur Bodengesundheit!

Lehmann et al. (2020) argumentieren jedoch, dass sich der Begriff „Bodengesundheit“ vom Begriff der Bodenqualität unterscheidet, da die Bodengesundheit menschliche Zwischenfunktionen ausschließt und stattdessen mit Ökosystemleistungen verknüpft ist, die für das Erreichen globaler Nachhaltigkeitsziele entscheidend sind. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen definiert Bodengesundheit als „die Fähigkeit des Bodens, die Produktivität, Vielfalt und Umweltleistungen terrestrischer Ökosysteme aufrechtzuerhalten“. Der Übergang vom Konzept der „Bodenqualität“ zur „Bodengesundheit“ stellt sicher, dass der Boden dem Menschen, der Biodiversität und den Ökosystemen dient – und nicht ausschließlich der landwirtschaftlichen Produktivität. 

Warum die Bodengesundheit heute wichtiger ist denn je!

Das Konzept der Bodengesundheit wird inzwischen sowohl von politischen Entscheidungsträgern als auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufgegriffen, um globale Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität durch die Abschwächung des Klimawandels und den Erhalt von Agrarökosystemen ist eines der zentralen Ziele der nachhaltigen Landwirtschaft (Tahat et al., 2020). Die Bodengesundheit gewinnt zunehmend an Dringlichkeit aufgrund von:

  • der Dringlichkeit von Maßnahmen zum Klimaschutz
  • dem Problem des Rückgangs der Biodiversität
  • der globalen Besorgnis über die Bodendegradation

 

Druck durch das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen

Gesunde Böden sind dafür bekannt, sowohl Kohlenstoff zu speichern als auch wichtige Ökosystemleistungen zu erbringen. Angesichts der Rolle der Böden bei der Kohlenstoffaufnahme hat das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) die Dringlichkeit unterstrichen, die Bodengesundheit weltweit zu fördern. Darüber hinaus ermöglicht die Bodengesundheit den Böden, Kohlenstoff zu binden und Ökosystemleistungen bereitzustellen, wie zum Beispiel (Lehmann et al., 2020):

  • Wasserqualität
  • Gesundheit des Menschen
  • Biodiversität
  • Pflanzenproduktion

Die Bodenstrategie 2030

Das Konzept der Bodengesundheit ist in die Politik der EU eingeflossen. Die Bodenstrategie 2030, die im Vorschlag des Europäischen Grünen Deals enthalten ist, wurde von der Europäischen Kommission (2021) vorgestellt, um:

  • die Bodengesundheit und die daraus abgeleiteten Ökosystemleistungen gesunder Böden sicherzustellen,
  • die Bodenverschmutzung zu verringern und die Kohlenstoffspeicherung zu gewährleisten,
  • nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken umzusetzen und degradierte Böden nach gemeinsamen EU-Standards wiederherzustellen.

Insgesamt setzt die Bodenstrategie 2030 der EU auf die Bodengesundheit, um ihre Rolle bei Ökosystemleistungen, Kohlenstoffspeicherung und der nachhaltigen Lösung von Problemen degradierter Böden zu stärken. 

Das EU-Bodenüberwachungsgesetz:

Das EU-Bodenüberwachungsgesetz, das am 16. Dezember verabschiedet wurde, stellt sicher, dass eine Bodenüberwachung durchgeführt wird, damit Böden gesund funktionieren und Ökosysteme, Anbausysteme, sauberes Wasser, Nährstoffkreisläufe und Kohlenstoffspeicherung erhalten bleiben. Die Umsetzung des Bodenüberwachungsgesetzes in der gesamten EU gewährleistet (Europäische Kommission, 2025):

  • Überwachung und Bewertung der Bodengesundheit
  • Verbesserung des Wissens über Bodengesundheit und Bodener resilience
  • Sicherstellung der Pflanzenproduktion und Ernährungssicherheit
  • Beitrag zu Klima- und Biodiversitätszielen

Wie betterSoil bei der Bodengesundheit hilft!

BetterSoil bietet Bodenschutzlösungen, die die Bodengesundheit langfristig durch nachhaltiges Bodenmanagement fördern. Der BetterSoil-Rahmen für Bodenmanagement basiert auf Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft und unterstützt Biodiversität, Ökosystemleistungen, Klimaschutz sowie Pflanzenproduktion. Angesichts des globalen Drucks, Herausforderungen wie Klimawandel, Umweltgesundheit und Biodiversitätsverlust zu bewältigen, sowie der akuten Probleme von Bodendegradation und Biodiversitätsverlust innerhalb der EU, richtet sich die politische Aufmerksamkeit zunehmend auf die „Bodengesundheit“ – ein entscheidender Schritt für die praktische Umsetzung vor Ort. BetterSoil zielt darauf ab, die Wissenschaft mit der Anwendung zu verbinden, durch Technologie, Partnerschaften und die Bereitstellung von Lösungen für jeden landwirtschaftlichen Betrieb. Bleiben Sie dran, denn wir veröffentlichen demnächst einen Artikel darüber, wie man mit gesunden Böden Klimaresilienz aufbaut.