Gesunde Böden verbessern die Wasserspeicherung und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren.

Da Dürren immer häufiger auftreten, gewinnen gesunde Böden zunehmend an Bedeutung. Ihre Fähigkeit, Wasser auf natürliche Weise zu speichern, schützt Nutzpflanzen, schont Ressourcen und trägt zu nachhaltigeren Landschaften bei.

Das beste natürliche Wasserspeichersystem

Jedes Jahr gehen weltweit schätzungsweise 25 bis 40 Milliarden Tonnen fruchtbarer Oberboden durch Bodenerosion verloren. Gleichzeitig sind rund 33 % der Böden weltweit bereits mäßig bis stark degradiert. Dadurch wird ihre Fähigkeit eingeschränkt, Wasser zu speichern, Nährstoffe bereitzustellen und gesunde Ökosysteme zu erhalten. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig der Schutz und die Wiederherstellung gesunder Böden sind. 

Stellen Sie sich zwei Felder nach einem starken Regen vor. Auf dem ersten fließt das Wasser schnell ab und spült wertvollen Oberboden fort. Auf dem zweiten versickert es langsam, bleibt im Boden gespeichert und versorgt die Pflanzen noch lange mit Feuchtigkeit. Der Unterschied liegt im Bodenzustand. Gesunder Boden wirkt wie ein Schwamm: Er ist reich an organischer Substanz, Mikroorganismen und Regenwürmern, speichert Wasser und unterstützt die Grundwasserneubildung. 

Die Bedeutung der Wasserspeicherung 

In vielen Teilen der Welt wird Wasser zunehmend knapp. Gleichzeitig führt der Klimawandel zu heftigeren Niederschlägen und längeren Trockenperioden. Gesunde Böden können dazu beitragen, beide Herausforderungen zu bewältigen, indem sie Regenwasser speichern und für spätere Trockenzeiten verfügbar machen. Anstatt als Oberflächenabfluss verloren zu gehen, unterstützt das gespeicherte Wasser das Pflanzenwachstum und trägt zur Neubildung des Grundwassers bei. Dadurch wird weniger Bewässerung benötigt und auch in Trockenzeiten steht mehr Wasser zur Verfügung.

Weltwassertag: Ein Blick unter unsere Füße

Der Weltwassertag, der jedes Jahr am 22. März begangen wird, macht auf die Bedeutung von Süßwasser und einen nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen aufmerksam. Während Flüsse, Seen und Ozeane häufig im Mittelpunkt stehen, wird die wichtige Rolle gesunder Böden oft übersehen. Ohne gesunde Böden würde ein großer Teil des Niederschlags oberflächlich abfließen, anstatt im Boden gespeichert zu werden. 

Wussten Sie schon? 

  • Bereits eine Erhöhung des Gehalts an organischer Bodensubstanz um 1 % kann die Wasserspeicherkapazität eines Bodens um 75.000 bis 95.000 Liter pro Acre erhöhen.
  • Bodenmikroorganismen können die Funktion der Pflanzenwurzeln verbessern und Pflanzen dabei unterstützen, Trockenperioden besser zu überstehen.
  • Bestimmte Bakterien produzieren eine natürliche „Biokleber“-Substanz, die die Bodenstruktur stabilisiert und den Wasserverlust verringert.
  • Trockene, degradierte Böden können hydrophob (wasserabweisend) werden. Dadurch wird Regenwasser abgestoßen, was den Oberflächenabfluss erhöht und das Risiko von Überschwemmungen steigert.
  • Einige Bodenbakterien umhüllen Pflanzenwurzeln mit einer Schleimschicht (Mucilage), die Feuchtigkeit speichert und die Pflanzen auch bei extremer Trockenheit unterstützt.
  • Regenwurmgänge wirken wie natürliche Entwässerungskanäle und können die Versickerung von Regenwasser um das bis zu Zehnfache beschleunigen. 

Fazit

Wasser fällt zwar vom Himmel, doch seine Zukunft wird vom Boden bestimmt, auf den es trifft. Angesichts zunehmender Wasserknappheit ist der Aufbau gesunder Böden weit mehr als nur eine landwirtschaftliche Maßnahme – er ist eine Voraussetzung für eine nachhaltige Zukunft. Die Zukunft unserer Wasserressourcen hängt nicht nur davon ab, wie viel Regen fällt, sondern auch davon, wie viel gesunder Boden vorhanden ist, um dieses Wasser aufzunehmen und zu speichern. Indem wir unsere Böden wiederherstellen, schützen wir nicht nur das Land, sondern auch unsere Wasserressourcen, stärken unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren und sichern die Lebensgrundlagen künftiger Generationen.